Existenzgründung neben dem Beruf – was Sie beachten sollten!

In den letzten Jahren ist die Anzahl der Arbeitsnehmer, die eine selbstständige Tätigkeit ausführen, rasant gestiegen. Wer sich neben seiner Haupttätigkeit selbstständig machen möchte, sollte jedoch folgendes beachten:

Jeder Arbeitnehmer kann eine selbstständige Tätigkeit aufnehmen!

Im Job gilt: Arbeitnehmer dürfen grundsätzlich eine selbstständige Nebentätigkeit ausführen! Allerdings müssen sich Arbeitnehmer an die mit dem Arbeitgeber vereinbarten Regeln halten und ihm vor allem keine geschäftliche Konkurrenz machen. Auch die Kundenakquise oder sogar Auftragsdurchführungen während der Arbeitszeit sind ein absolutes No-Go und können zur Kündigung des Arbeitsverhältnis führen! Gut beraten sind deshalb Gründungswillige, die ihr Vorhaben offen mit Ihrem Vorgesetzten besprechen. Beschäftigte im öffentlichen Dienst brauchen meist ohnehin die Genehmigung ihres Dienstherrn.

Arbeitszeiten können reduziert werden!

Fakt ist: die Selbstständigkeit neben dem Hauptberuf beansprucht eine Menge Zeit. Für Arbeitnehmer bietet es sich deshalb an, die Arbeitszeiten zu reduzieren und sich dabei auf das Teilzeit- und Befristungsgesetz zu berufen, wonach der Arbeitgeber der beantragten Verringerung der Arbeitszeit zustimmen muss, wenn dieser „betriebliche Gründe nicht entgegenstehen“. Dies gilt allerdings nur für Unternehmen mit mehr als 15 Mitarbeitern und für Arbeitnehmer, die länger als sechs Monate im Betrieb beschäftigt sind.

 

 

Vermieter haben Mitspracherecht!

Selbstständige im Nebenerwerb arbeiten häufig in ihrer Wohnung. Wenn ihnen die Wohnung gehört und keine störende gewerbliche Tätigkeit vorliegt, ist dies in der Regel erlaubt. Anders bei einer Mietwohnung, denn die meisten Mietverträge untersagen jegliche Art der gewerblichen Nutzung. Zuletzt entschied der Bundesgerichtshof (BGH), dass Vermieter das Recht haben, eine Wohnung bei nicht vereinbarter geschäftlicher Nutzung zu kündigen. (Az.: VIII ZR 165/08)

Der Vermieter sollten spätestens dann informiert werden, wenn ein Firmenschild am Briefkasten abgebracht wird. Selbstständigen, die keine Angestellten und einen geringen Kundenverkehr haben,  wird die Erlaubnis vom Vermieter meist nicht verweigert. Der Vermieter muss in diesem Fall  „nach Treu und Glauben“ die Erlaubnis zur teilgewerblichen Nutzung erteilen, so der Bundesgerichtshof.

Gewerbe- und Finanzamt  müssen informiert werden!

Gründer im Nebenerwerb sind verpflichtet, das Finanzamt über die selbstständige Tätigkeit zu informieren. Einige gewerbliche Tätigkeiten bedürfen außerdem einer ausdrücklichen Gewerbeerlaubnis, beispielsweise für Handwerks- oder Maklertätigkeiten. Dolmetscher oder Anwälte hingegen benötigen keine Anmeldung.

Sie haben Fragen zur Gründung neben den Beruf? Gern unterstützen wir Sie dabei und beraten Sie zu Förderprogrammen, die auch im Nebenerwerb in Anspruch genommen werden können.

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